< 47. Sitzung des Bau-, Entwicklungs- und Umweltausschusses am 06.06.2018 um 16:00 Uhr
06.06.2018 08:05 Alter: 189 days
Kategorie: Amtliche Bekanntmachung der Gemeinde Schwangau

Amtliche Bekanntmachung des Aufstellungsbeschlusses des Bebauungsplans Nr. W 4 "Waltenhofen-West"


Der Gemeinderat hat in der öffentlichen Sitzung am 4. Juni 2018 die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. W 4 „Waltenhofen-West“ beschlossen.

Das Plangebiet weist eine Größe von ca. 8,6 ha auf. Der Geltungsbereich ist dem Lageplan zu entnehmen, der Bestandteil des Beschlusses ist. Die Gemeinde beabsichtigt, mit dieser Planung einen Teil des historischen Ortsteils Waltenhofen, dessen Erscheinungsbild und die Entwicklung des Ortsbilds auch in Zukunft zu erhalten und unter Einbezug des Zugangs zum Forggensee zu steuern.

Das Ortsbild von Waltenhofen ist von sehr unterschiedlichen Bauvolumen und Nutzungen (Friedhof, Pfarrheim, Wohnbauten, Einzelhandel und Tourismusbetrieben) geprägt. Den Hauptteil bilden bisherige landwirtschaftliche Hofstellen und deren Ausrichtung. Besonderes Gestaltungsmerkmal in diesem Gebiet bildet das klassische "Schwangauer Haus" mit traufseitiger Schupfe.

Weiterhin ist die Nähe zum Forggensee dominant, weshalb insbesondere die nähere Grün- und Ufergestaltung zum Forggensee Inhalt der Planung sein soll. Mittlerweile haben alle Betriebe die Landwirtschaft aufgegeben. Daher sollen die im Zuge des Wandels der Landwirtschaft zu erwartenden Folgenutzungen verträglich geregelt werden, damit das Ortsbild in seiner Baustruktur und Grüngestaltung gewahrt bleibt.

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft und vor allem der auf den Ortskern drückende externe Wohnungsbedarf führen zu einem zunehmenden Siedlungsdruck auf die historische Dorfstruktur. Die Nähe zum Forggensee und zur Bergkulisse erhöht den Siedlungsdruck.

Dabei zeigen die jüngsten Bauanfragen eine Tendenz zu einer gegenüber dem Bestand wesentlich kleinteiligeren Bebauungsstruktur. Vor diesem Hintergrund können ohne begleitende städtebauliche Maßnahmen negative Auswirkungen auf die historisch geprägte Dorfstruktur entstehen.

Demgegenüber weisen einzelne Bereiche im Gebiet noch Baulücken auf, die einer Bebauung zugeführt werden sollen. Die Gemeinde möchte die ortstypische Struktur bewahren. Im Plangebiet sollen daher die vorhandene aufgelockerte und kompakte Bebauungsstruktur sowie der historische Ortskern und die Anordnung der Häuser durch Festsetzungen zu den überbaubaren Grundstücksflächen (v.a. Baugrenzen) nachvollziehbar erhalten bleiben.

Der Tendenz zur  kleinteiligen Siedlungsstruktur soll damit entgegengewirkt werden. Um einer übermäßigen Nachverdichtung entgegenzuwirken, soll die Anzahl von Wohnungen in Wohngebäuden reglementiert werden. Das Maß der baulichen Nutzung soll im Übrigen den derzeit nach § 34 BauGB zulässigen Rahmen nicht überschreiten.

Festsetzungen zur Art der baulichen Nutzung sind derzeit nicht geplant (einfacher Bebauungsplan nach § 30 Abs. 3 BauGB ohne Festsetzungen zur Art der baulichen Nutzung).

Ergänzend werden Festsetzungen mit dem Ziel des Erhalts der wesentlichen Stilelemente des "Schwangauer Hauses" angestrebt.